Das Juwel im Zürcher Seefeld lag über Jahrzehnte in einem Zustand beinahe mythischen Dornröschenschlafs. Mangels kontinuierlicher Instandhaltung und durch unkoordiniert erfolgte Anpassungsmaßnahmen verfiel die Bausubstanz allmählich und verlor ihren urbanen Glanz – bis die Eigentümerschaft den Entschluss zu einer umfassenden Revitalisierung fasste.
Im konzeptionellen Entwurf stand die Rückführung der vorhandenen Bausubstanz auf das essentielle Tragwerk – nämlich die Statik, die Aussenwände und die Balkenlage – im Mittelpunkt. Unter streng bauphysikalischen und energieeffizienten Gesichtspunkten wurde eine ganzheitliche Neugestaltung geplant, bei der insbesondere der Schallschutz sowie die thermische Verbesserung, vornehmlich im sensiblen Dachbereich, eine tragende Rolle spielten.
Die Neuentwicklung erstreckte sich auch auf bislang brachliegende Mansarden, die mit einem funktionalen Raumprogramm erweitert wurden. Neben den bereits bestehenden sechs Wohneinheiten wurden so zwei zusätzliche Einheiten integriert – welch innovative Lösung einerseits den Mangel an Balkonen kompensiert und andererseits durch einen eigens vorgesehenen Dachausstieg die Nutzbarkeit der grosszügigen Zinne eröffnet.
Die ursprünglichen Wohnungsgrundrisse blieben weitgehend erhalten, wurden jedoch durch strategische Interventionen nuanciert erweitert. So führte eine Neuanordnung der Küchenzone in unmittelbare Verbindung mit dem Wohnbereich, verbunden mit der Eliminierung trennender Zwischenwände sowie dem Einbau eines barrierefreien Personenlifts zu einer optimierten Raumlogik, die funktional und zugleich ästhetisch überzeugt.
Obgleich das Objekt keiner denkmalpflegerischen Auflage unterliegt, wurde der Materialisierung der neuen Bauelemente und Oberflächen mit höchster Sorgfalt begegnet. Bestandteile des ursprünglichen Erscheinungsbildes wurden behutsam integriert, während sich bei der Ausführung klassischer Muster und Formen ein bewusster Gestaltungsdiskurs fortsetzte – ein Ausdruck des Respekts vor der historischen Substanz und der zeitlosen architektonischen Sprache.
Die in die Revitalisierungsmassnahmen investierten Mittel übersteigen zwar jene eines vergleichbaren Neubaus, doch manifestiert sich in der nachhaltigen Aufwertung der Bausubstanz ein Mehrwert, der über Dekaden hinweg für alle Nutzer spürbare positive Effekte generieren wird. Diese überlegene Investition in den Bestand zeugt von einem zukunftsweisenden städtebaulichen und architektonischen Beitrag, der dem urbanen Raum neue Impulse verleiht.